Sentiero della Pace, reloaded

Über insgesamt rund 500km führte Frontverlaufes des ersten Weltkrieges von der Marmolada bis zum Stilfser Joch durch die Alpenlandschaft in Südtirol. Heute ist der „Sentiero della Pace“ oder „Friedensweg“ ein belieber Wanderweg, den wir mit unserem Mountainbikes von Caldenazzo über den Kaiserjägerweg, Monte Maggio und Pasubio bis zum Gardasee unter die Stollen genommen haben.

Ein Höhepunkt ist der Monte Pasubio, den die Italiener nach dem Krieg zur „heiligen Zone“ erklärt haben. Mehr als 10.000 Menschen starben alleine hier auf den beiden Spitzen, dem „Dente Italiano“ und dem „Dente Austriaco“. Noch heute geht man buchstäblich über Leichen: immer noch liegen dort oben Hunderte von Soldaten – begraben unter der Schutthalde, die durch die Sprengung von 50 Tonnen Dynamit im Jahr 1917 durch die Österreicher entstand. Wenn man über die Gipfel geht, dann stößt man immer wieder auf aus Granatsplittern zusammengeschweißte Kreuze. An ihrem Fuss liegen Knochen, auch die von Menschen, Stacheldraht, Dosen und Schuhsohlen. Gerade die Schuhsohlen hinterliessen bei mir schon vor 20 Jahren einen bedrückenden Eindruck: hier im Hochgebirge braucht man gute Schuhe, ganz offenbar ist der Träger dieser Schuhe nicht mehr nach unten gegangen.

Vor rund 20 Jahren waren Jörg und ich schon mal hier unterwegs. Jung, knackig und topfit, wie die Bilder ganz unten beweisen. 2017 haben Jörg, Frank und ich die Neuauflage gewagt. An mir jedenfalls sind die 20 Jahre nicht spurlos vorüber gegangen oder täuscht nur die Erinnerung? Vermutlich nicht – auch damals waren die 1.500 Hm zum Pasubio eine echte Quälerei, aber Schieben musste ich damals nicht …

Schön war’s trotzdem: tolle Aussichten, gutes Essen, schönes Wetter und gute Freunde – was will man mehr

 

1998 sahen wir so aus: sehr farbenfroh, damit man uns im Nebel gut erkennt 😉

 

So sind wir gefahren. Tag eins von Caldenazzo zum Rifugio Stella Italia

 

Vom Rifugio Stella Italia zum Pasubio am zweiten Tag.

 

Danach ging’s dann nur noch bergab: nachdem Jörg’s Hinterradbremse ihren Dienst eingestellt hat, sind wir direkt nach Rovereto abgefahren und von dort nach Torbole

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